Erbengemeinschaft

Erbe ausschlagen: Frist, Form und die Folgen für Ihre Familie

Ein Erbe kann mehr Schulden als Vermögen bedeuten. Die Ausschlagung schützt Sie — aber nur innerhalb von 6 Wochen, nur in der richtigen Form, und sie hat Folgen für die nächsten in der Erbfolge.

100 % kostenlos Quellen: §§ 1944, 1945, 1948, 1953, 1954, 1956, 2306 BGB, § 1643 BGB Stand: November 2026
Inhalt dieses Artikels

Zuerst: Lohnt sich die Ausschlagung überhaupt?

Ausgeschlagen wird alles oder nichts — auch das Elternhaus, auch das Sparbuch. Deshalb vor der Entscheidung schnell Klarheit schaffen:

  • Schulden prüfen: Kontoauszüge, Mahnungen, Kreditverträge, Schufa-Hinweise in der Post; beim Grundbuchamt Abteilung III (Grundschulden) einsehen.
  • Vermögen prüfen: Konten, Immobilie (grober Marktwert), Lebensversicherungen mit Bezugsrecht (die laufen oft am Nachlass vorbei).
  • Faustregel: Klar überschuldet → ausschlagen. Klar werthaltig → annehmen. Unklar → anwaltlich beraten lassen, notfalls annehmen und Haftung per Nachlassverwaltung begrenzen — die Ausschlagung ist praktisch endgültig.

Ein Punkt nimmt den Zeitdruck aus der Recherche: Solange Sie nicht angenommen haben, kann kein Nachlassgläubiger gerichtlich gegen Sie vorgehen (§ 1958 BGB). Die sechs Wochen sind also zum Prüfen da, nicht zum Abwehren. Auf einen Mahnbescheid müssen Sie trotzdem fristgerecht reagieren — sonst wird er unabhängig davon vollstreckbar.

Nicht jede Ausschlagung hat mit Schulden zu tun. Es gibt einen Fall, in dem ein werthaltiges Erbe ausgeschlagen wird, und zwar gezielt: Wer als überlebender Ehepartner an ein gemeinschaftliches Testament gebunden ist, kann sich von dieser Bindung nur lösen, indem er das ihm Zugewendete ausschlägt. Er verzichtet dann auf das Erbe des Partners, behält seinen gesetzlichen Erbteil beziehungsweise Pflichtteil — und ist für sein eigenes Vermögen wieder frei. Das rechnet sich, wenn das eigene Vermögen groß und das Zugewendete klein ist, etwa wenn die Schlusserbenregelung nach Jahrzehnten nicht mehr zur Familie passt. Auch hier läuft die Uhr der Ausschlagungsfrist; wer sie verstreichen lässt, hat angenommen und ist gebunden. Was bindend wird und was nicht: Berliner Testament.

Steht eine Immobilie im Nachlass, hängt die ganze Entscheidung an einer Zahl — und es gibt drei davon. Der Grundbesitzwert ist der Wert, den das Finanzamt für die Erbschaftssteuer feststellt (§ 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BewG); er entsteht in einem typisierten Massenverfahren nach §§ 182–196 BewG und liegt oft über dem wirklichen Wert. Der Verkehrswert zählt beim Pflichtteil und bei jeder Abfindung unter Miterben, der Marktpreis beim Verkauf. Für „überschuldet oder werthaltig?" ist der Steuerwert also die falsche Zahl — und ein Grundbesitzwert kommt ohnehin frühestens Monate nach dem Erbfall, meist lange nach Ihren sechs Wochen. Wonach sich die Werte unterscheiden und was Sie in der Frist kostenlos selbst zusammentragen können: Immobilienbewertung im Erbfall. Eine Maklereinschätzung ist für den Steuerwert übrigens kein Nachweis (§ 198 BewG) — für Ihre eigene Überschlagsrechnung dagegen brauchbar.
Was ist die Immobilie wert — ohne Anbieter?
Fast jede Entscheidung im Nachlass hängt an einer Zahl. Zwei Wege führen ohne Anbieter dorthin: die Bodenrichtwerte der Länder sind frei abrufbar, und ein Verkehrswertgutachten für Ihr konkretes Objekt erstellt der Gutachterausschuss Ihrer Gemeinde zu festen amtlichen Gebühren. Wer einen Pflichtteil geltend macht, kann verlangen, dass der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird — diese Kosten trägt der Nachlass (§ 2314 BGB). Gegenüber dem Finanzamt kann als Nachweis eines niedrigeren Werts regelmäßig ein Gutachten des Gutachterausschusses oder einer bestellten bzw. zertifizierten Sachverständigen dienen (§ 198 Abs. 2 BewG); ebenso ein Kaufpreis, der innerhalb eines Jahres um den Bewertungsstichtag zustande kam (§ 198 Abs. 3 BewG).
Wert ermitteln: die Wege im Vergleich

So schlagen Sie aus — Schritt für Schritt

  1. Frist notieren: 6 Wochen ab Kenntnis (Auslandsfälle: 6 Monate). Die Uhr läuft ab dem Tag, an dem Sie von Todesfall und Ihrer Erbenstellung wissen. Sind Sie durch Testament oder Erbvertrag berufen, frühestens ab der Bekanntgabe der Verfügung durch das Nachlassgericht — nicht schon ab dem Eröffnungstermin.
  2. Weg wählen: persönlich beim Nachlassgericht (Amtsgericht am letzten Wohnsitz der verstorbenen Person — oder an Ihrem eigenen gewöhnlichen Aufenthalt, § 344 Abs. 7 FamFG; das gilt auch für eine Anfechtung) zu Protokoll erklären — oder öffentlich beglaubigen lassen, in der Praxis beim Notar, und ans Nachlassgericht senden. Eingang bei Gericht zählt für die Frist, nicht der Poststempel.
  3. Mitbringen: Personalausweis, Sterbeurkunde (falls vorhanden), Angaben zum Verwandtschaftsverhältnis.
  4. Ohne Bedingung erklären: Annahme und Ausschlagung vertragen keine Bedingung und keine Zeitbestimmung (§ 1947 BGB). Eine Erklärung „unter Vorbehalt" oder „für den Fall, dass …" ist unwirksam — und die Frist läuft weiter.
  5. Familie durchdenken: Nach Ihnen rücken Ihre Kinder nach — für Minderjährige schlagen die Sorgeberechtigten mit aus (die 6-Wochen-Frist der Kinder beginnt erst mit dem Anfall, also mit Ihrer Ausschlagung). Wer der Reihe nach folgt, zeigt der Erbquoten-Rechner.
Die häufigste Falle: Annahme durch Verhalten. Wer vor der Ausschlagung Nachlasskonten abräumt, Wertsachen verkauft oder Forderungen einzieht, kann das Erbe dadurch bereits angenommen haben. Erlaubt sind Sicherung und Notmaßnahmen: Das Gesetz behandelt Sie bis zur Ausschlagung wie einen Geschäftsführer ohne Auftrag für den, der dann wirklich Erbe wird, und lässt Verfügungen bestehen, die ohne Nachteil für den Nachlass nicht aufgeschoben werden konnten (§ 1959 Abs. 1, 2 BGB). Die Beerdigung zu bezahlen schadet nicht — den Mietvertrag der Wohnung zu kündigen oder den Wagen zu verkaufen kann dagegen als Annahme gelesen werden.

Minderjährige Kinder: der Punkt, an dem die meisten falsch liegen

Schlagen Eltern aus, fällt das überschuldete Erbe ihren Kindern an — auch den minderjährigen. Über Jahre galt: Dafür braucht es die Genehmigung des Familiengerichts, und das dauert. Viele Ratgeber schreiben das bis heute so. Seit dem 1. Januar 2023 stimmt es im Regelfall nicht mehr.

§ 1643 Abs. 3 Satz 1 BGB: Tritt der Anfall einer Erbschaft an das Kind erst infolge der Ausschlagung eines Elternteils ein, ist die Genehmigung nur dann erforderlich, wenn der Elternteil neben dem Kind berufen war.

Der klassische Kettenfall ist damit genehmigungsfrei: Der Großvater stirbt überschuldet, der Vater schlägt aus, dadurch rückt der Enkel nach. Der Vater war vor dem Kind berufen, nicht neben ihm — die Sorgeberechtigten können für das Kind direkt beim Nachlassgericht ausschlagen. Genehmigungspflichtig bleibt es, wenn Elternteil und Kind nebeneinander berufen waren, etwa weil ein Testament beide zu Erben eingesetzt hat.

Das ist keine Formalie: Wer auf eine Genehmigung wartet, die er nicht braucht, verliert Wochen — und die Frist des Kindes läuft.

Und wenn für ein Kind doch nichts erklärt wurde? Dann ist die Lage weniger schlimm als sie aussieht. Die Haftung für Verbindlichkeiten aus einem während der Minderjährigkeit erfolgten Erwerb von Todes wegen beschränkt sich auf das Vermögen, das bei Eintritt der Volljährigkeit vorhanden ist (§ 1629a Abs. 1 BGB). Niemand startet mit 18 mit den Schulden des Großvaters ins Leben. Eine Frist hängt daran: Wer als volljährig Gewordener Mitglied einer Erbengemeinschaft ist, sollte binnen drei Monaten nach dem 18. Geburtstag die Auseinandersetzung verlangen — sonst greift die gesetzliche Vermutung gegen ihn (§ 1629a Abs. 4).

Vier Sonderfälle, die in der Standardberatung untergehen

  • Testament und gesetzliche Erbfolge: Wer im Testament steht und auch ohne das Testament gesetzlicher Erbe wäre, kann die Erbschaft als eingesetzter Erbe ausschlagen und als gesetzlicher Erbe annehmen (§ 1948 Abs. 1 BGB); Entsprechendes gilt bei Testament und Erbvertrag (Abs. 2). Der Hebel, wenn das Testament eine lästige Beschwerung enthält, der gesetzliche Erbteil aber sauber ist. Die Falle dazu: Im Zweifel erstreckt sich eine Ausschlagung auf alle Berufungsgründe, die Ihnen bekannt sind (§ 1949 Abs. 2) — der eingeschränkte Wille muss ausdrücklich in der Erklärung stehen.
  • Der Erbe stirbt, bevor er entschieden hat: Das Ausschlagungsrecht ist vererblich (§ 1952 Abs. 1 BGB). Seine Erben können also noch für ihn ausschlagen — und die Frist endet nicht vor Ablauf der Ausschlagungsfrist für seine eigene Erbschaft (Abs. 2). Zwei Todesfälle kurz hintereinander sind damit kein automatischer Fristverlust.
  • Mehrere Erbteile aus verschiedenen Gründen: Wer zu mehreren Erbteilen berufen ist, kann den einen annehmen und den anderen ausschlagen — aber nur, wenn die Berufung auf verschiedenen Gründen beruht (§ 1951 Abs. 1, 2 BGB).
  • Ehepartner im gesetzlichen Güterstand: § 1371 Abs. 3 BGB erlaubt nach der Ausschlagung den Zugewinnausgleich plus Pflichtteil. Das ist die güterrechtliche Lösung — und sie lohnt nur, wenn der Zugewinn hoch war. Denn der Pflichtteil bemisst sich dann nach dem nicht erhöhten gesetzlichen Erbteil (§ 1371 Abs. 2), ist also kleiner als der pauschale Weg über das zusätzliche Viertel. Wer keinen nennenswerten Zugewinn ausgleichen kann, steht nach der Ausschlagung schlechter da. Und: Der Weg ist versperrt, wenn auf gesetzliches Erbrecht oder Pflichtteil vertraglich verzichtet wurde (§ 1371 Abs. 3 Halbsatz 2).

Was die Ausschlagung kostet

Mindestens 30 € — eine 0,5-Gebühr, mindestens aber 30 € (KV 21201 Nr. 7 GNotKG). Geschäftswert ist der Nachlass nach Abzug der Verbindlichkeiten (§ 103 Abs. 1 GNotKG), beim überschuldeten Nachlass bleibt es deshalb beim Mindestbetrag. Ist der Nachlass werthaltig, wird die Gebühr wertabhängig berechnet; für die Beglaubigung beim Notar kommen dessen Kosten hinzu. Wichtig: Die Gebühr fällt pro ausschlagender Person an — wenn eine fünfköpfige Familie der Reihe nach ausschlägt, sind es fünfmal mindestens 30 €. Verglichen mit dem Risiko, für fremde Schulden zu haften, ist das in Überschuldungsfällen gut angelegtes Geld.

Nach der Ausschlagung

Sie gelten, als wären Sie nie Erbe gewesen (§ 1953 Abs. 1 BGB) — keine Haftung, aber auch kein Anspruch auf einzelne Stücke. Die Erbschaft fällt dem an, der berufen wäre, wenn Sie zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätten, und zwar rückwirkend auf den Erbfall (§ 1953 Abs. 2). Das Nachlassgericht soll die Ausschlagung dem neuen Erben mitteilen (§ 1953 Abs. 3) — eine Soll-Vorschrift. Verlassen Sie sich in der Familie nicht darauf: Informieren Sie die Nachrückenden selbst, deren eigene sechs Wochen laufen ab ihrer Kenntnis.

Schlagen alle aus, erbt am Ende der Staat — das Land des letzten Wohnsitzes (§ 1936 BGB). Dort endet die Kette zwingend: Der Fiskus kann die ihm als gesetzlichem Erben angefallene Erbschaft nicht ausschlagen (§ 1942 Abs. 2 BGB), er haftet aber nur mit dem Nachlass. Übrigens: Die 3-Monats-Anzeige beim Finanzamt betrifft nur Erben, die annehmen.

Häufige Fragen

Wie lange habe ich Zeit, ein Erbe auszuschlagen?
Sechs Wochen ab dem Tag, an dem Sie vom Erbfall und Ihrem Berufungsgrund erfahren — sind Sie durch Testament oder Erbvertrag berufen, nicht vor der Bekanntgabe der Verfügung durch das Nachlassgericht (§ 1944 Abs. 2 Satz 2 BGB), also nicht schon mit dem Eröffnungstermin. Sechs Monate sind es, wenn die verstorbene Person ihren letzten Wohnsitz nur im Ausland hatte oder Sie sich bei Fristbeginn im Ausland aufhalten. Mit Ablauf der Frist gilt die Erbschaft als angenommen (§ 1943 BGB) — aber die Versäumung selbst ist unter Umständen anfechtbar (§ 1956 BGB), siehe unten.
Wie schlage ich das Erbe formal aus?
Nur auf zwei Wegen: zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form — die Erklärung muss beim Nachlassgericht eingehen (§ 1945 Abs. 1 BGB). Ein Brief oder eine E-Mail genügen nicht. Lassen Sie sich vertreten, braucht der Bevollmächtigte eine öffentlich beglaubigte Vollmacht, die spätestens innerhalb der Ausschlagungsfrist nachgereicht sein muss; statt der Vollmacht genügt auch eine notarielle Bescheinigung (§ 1945 Abs. 3 BGB). Und: Die Erklärung darf keine Bedingung enthalten (§ 1947 BGB) — „ich schlage aus, falls der Nachlass überschuldet ist" ist unwirksam.
Was kostet die Ausschlagung?
Die Gerichtsgebühr beträgt mindestens 30 € — bei überschuldetem Nachlass bleibt es dabei. Ist der Nachlass werthaltig, richtet sich die Gebühr nach dessen Wert; dazu kommen ggf. Notarkosten für die Beglaubigung.
Wer erbt, wenn ich ausschlage?
Der Nächste in der Erbfolge — als hätten Sie den Erbfall nicht erlebt (§ 1953 Abs. 2 BGB). Der Anfall bei ihm gilt rückwirkend als mit dem Erbfall erfolgt, es entsteht also keine Lücke. Wichtig: Schlagen Sie als Elternteil aus, rücken in der Regel Ihre eigenen Kinder nach. Bei einem überschuldeten Nachlass muss deshalb oft die ganze Familie der Reihe nach ausschlagen — für minderjährige Kinder erklären das die Sorgeberechtigten. Eine Genehmigung des Familiengerichts brauchen sie dafür seit 2023 in der Regel nicht mehr (§ 1643 Abs. 3 BGB), siehe unten.
Kann ich nur die Schulden ausschlagen und den Rest behalten?
Nein. Die Ausschlagung gilt immer für das ganze Erbe; die Ausschlagung eines Teils ist unwirksam (§ 1950 BGB). Eine echte Ausnahme gibt es nur bei mehreren Berufungsgründen: Wer im Testament steht und ohne das Testament auch gesetzlicher Erbe wäre, kann als eingesetzter Erbe ausschlagen und als gesetzlicher annehmen (§ 1948 BGB). Bei unklarer Lage können Erben stattdessen annehmen und die Haftung auf den Nachlass beschränken (Nachlassverwaltung, Nachlassinsolvenz, Dürftigkeitseinrede nach § 1990 BGB) — das gehört in anwaltliche Beratung.
Kann ich die Ausschlagung rückgängig machen?
Nur ausnahmsweise durch Anfechtung, etwa bei einem Irrtum über die Überschuldung — mit eigener 6-Wochen-Frist ab Kenntnis des Anfechtungsgrunds, bei Drohung ab dem Ende der Zwangslage (§ 1954 Abs. 1, 2 BGB). Spätestens 30 Jahre nach der Ausschlagung ist Schluss (§ 1954 Abs. 4). Die Anfechtung braucht dieselbe Form wie die Ausschlagung (§ 1955 BGB) und gilt dann als Annahme (§ 1957 BGB). Verlassen Sie sich nicht darauf: Vor der Ausschlagung erst die Vermögenslage prüfen.
Ich habe die 6 Wochen verpasst — ist alles verloren?
Nicht zwingend. Die Versäumung der Ausschlagungsfrist kann in gleicher Weise angefochten werden wie die Annahme (§ 1956 BGB). Wer die Frist verstreichen ließ, weil er den Nachlass für werthaltig hielt und erst danach von der Überschuldung erfuhr, hat ab dieser Kenntnis erneut sechs Wochen (§ 1954 Abs. 2). Das ist kein Selbstläufer — der Irrtum muss sich auf die Zusammensetzung des Nachlasses beziehen, bloßes Vergessen der Frist genügt nicht. Aber es ist der Grund, die Sache auch nach Fristablauf noch anwaltlich prüfen zu lassen, statt die Haftung hinzunehmen.
Ein Gläubiger meldet sich, während ich noch überlege — muss ich zahlen?
Vor der Annahme kann ein Anspruch, der sich gegen den Nachlass richtet, nicht gerichtlich gegen Sie geltend gemacht werden (§ 1958 BGB). Ein Mahnbescheid oder eine Klage in der laufenden Ausschlagungsfrist geht ins Leere — dem Mahnbescheid sollten Sie trotzdem fristgerecht widersprechen, sonst wird er vollstreckbar. Reagieren Sie also, aber zahlen Sie nichts aus dem Nachlass: Das kann als Annahme gewertet werden.
Verliere ich durch die Ausschlagung meinen Pflichtteil?
In der Regel ja — wer ausschlägt, bekommt auch keinen Pflichtteil. Zwei Ausnahmen: Ist das Erbe mit Nacherbfolge, Testamentsvollstreckung, Teilungsanordnung, Vermächtnis oder Auflage belastet, führt die Ausschlagung zum vollen Pflichtteil, und die Frist dafür beginnt erst mit der Kenntnis von der Beschränkung (§ 2306 Abs. 1 BGB); der Einsetzung als Nacherbe steht das gleich (§ 2306 Abs. 2). Und der überlebende Ehepartner im gesetzlichen Güterstand kann nach der Ausschlagung Zugewinnausgleich und Pflichtteil nebeneinander verlangen (§ 1371 Abs. 3 BGB) — das rechnet sich aber nur bei hohem Zugewinn, siehe unten. Das sind Anwaltsfragen — vor der Ausschlagung klären.
Quellen
Zuletzt geprüft: November 2026
Vor der Entscheidung: Wer erbt dann?
Ihre Ausschlagung verschiebt das Erbe eine Stufe weiter — oft an die eigenen Kinder. Der Rechner zeigt, an wen.
Erbquoten-Rechner starten Alle Fristen im Erbfall